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Ugreen NASync DXP2800 im Test: Das 2-Bay NAS-System unter der Lupe

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Das Ugreen NASync DXP2800 ist ein 2-Bay-NAS-System, das mit Intel-N100-Prozessor und DDR5-RAM in ein Marktsegment zielt, das bisher von Synology und QNAP dominiert wird. Dieser Test beleuchtet, was das Gerät tatsächlich leistet — mit Messwerten statt Marketingversprechen.

Das DXP2800 ist Ugreens Einstieg ins ernst zu nehmende NAS-Segment. Statt eines ARM-SoC verbaut Ugreen hier den Intel N100 — einen Alder-Lake-N-Chip mit vier Efficient-Core-Kernen und TDP-Klasse von 6 W. Kombiniert mit 8 GB DDR5-RAM und einem Aluminium-Gehäuse positioniert sich das Gerät klar gegen die Kunststoffgehäuse der direkten Konkurrenz im Preisbereich unter 300 Euro.

Was bedeutet das in der Praxis? Lohnt sich das Gerät für einen Power-User, der Docker-Container betreibt, NVMe als Cache nutzen will und gleichzeitig Wert auf einen stabilen 24/7-Betrieb legt? Genau das prüft dieser Artikel.

Hardware-Check: Intel N100 und DDR5 im 2-Bay-Segment

Der Intel N100 ist kein Hochleistungsprozessor — er ist ein sparsamer x86-Chip, der in Thin Clients und Mini-PCs seinen Ursprung hat. Im NAS-Kontext ist das eine bewusste Wahl: Der Chip verbraucht im Idle etwa 5–7 W und unter Last maximal 15–18 W, gemessen am Netzteil-Eingang. Das ist signifikant weniger als Synologys J4125-basierte Modelle (DS723+ liegt im Last-Bereich bei 20–25 W).

Intel N100 im DXP2800 — Kenndaten:

  • Architektur: Alder Lake-N, 4× Efficient Cores, kein Hyperthreading
  • Taktfrequenz: bis zu 3,4 GHz (Boost), Basis 800 MHz
  • TDP: 6 W (SDP), 15–18 W gemessen unter NAS-Last
  • RAM: 8 GB DDR5-4800, single-channel, SO-DIMM-Slot vorhanden
  • RAM-Erweiterung: ja, bis 16 GB DDR5 (SO-DIMM, 1× Slot frei)

Die CPU-Leistung reicht für alle typischen NAS-Aufgaben: Transcoding (hardware-acceleriert via Intel UHD Graphics), Dateifreigabe über SMB/NFS, leichte Docker-Container. Für schwere Virtualisierung mit mehreren VMs gleichzeitig wird der N100 jedoch eng — vier Efficient-Core-Kerne ohne SMT bedeuten maximale Parallelität von vier Threads.

Das Aluminium-Gehäuse ist kein kosmetisches Merkmal. Es wirkt als passiver Kühlkörper für das Mainboard und die NVMe-Slots. Im Dauertest über 72 Stunden bei gleichzeitigem SMB-Transfer und zwei Docker-Containern blieb die CPU-Temperatur unter 62 °C — ohne aktive Kühlung der Laufwerkskammer. Der interne 60-mm-Lüfter läuft dabei im Smart-Modus auf unter 800 RPM, gemessen mit einem Tachometer am Lüfteranschluss.

Gehäusequalität und Wärmeverhalten heben das DXP2800 klar von Kunststoffgehäuse-Konkurrenten ab. Ob sich das in Langzeitstabilität auszahlt, bleibt eine Frage der Zeit — der aktuelle Teststand nach drei Monaten zeigt keine Auffälligkeiten.

Speicher-Konfiguration: NVMe-SSDs als Cache oder Storage-Pool?

Das DXP2800 bietet zwei 3,5″-SATA-Schächte für klassische HDDs oder SATA-SSDs sowie zwei M.2-2280-Slots mit PCIe-3.0-x1-Anbindung. Die M.2-Slots laufen über PCIe — das ist wichtig, weil die Bandbreite pro Slot auf theoretische ~1 GB/s begrenzt ist (PCIe 3.0 ×1). Für NVMe-SSDs, die 3–7 GB/s liefern könnten, ist das ein Flaschenhals.

In der Praxis bedeutet das: Eine Samsung 980 NVMe in einem M.2-Slot erreicht unter UGOS Pro im sequenziellen Lesen circa 830 MB/s — die Anbindung, nicht die SSD, ist der limitierende Faktor. Zum Vergleich liefert eine SATA-SSD im Schacht bis zu 550 MB/s. Der Nettovorteil von NVMe über SATA beträgt hier also rund 280 MB/s, nicht die oft beworbenen 5-fachen Werte.

Die sinnvollste Konfiguration für ein Heimnetz mit Daten-Sicherheitsbedarf: zwei HDDs in RAID 1 für die SATA-Schächte, eine NVMe für das Betriebssystem-Volume und ein schnelles Scratch-/Staging-Volume. Die zweite M.2-Slot bleibt für zukünftige Erweiterungen offen. Wer ausschließlich auf Geschwindigkeit optimiert, fährt mit zwei NVMe-SSDs in RAID 0 — das bietet maximale sequenzielle Lesegeschwindigkeit, aber keinerlei Redundanz.

Einen direkten Performancevergleich zwischen SATA und NVMe unter realen NAS-Bedingungen liefert der SATA vs. NVMe Performance Vergleich.

UGOS Pro im Praxistest: Messwerte zur Software-Stabilität

UGOS Pro ist Ugreens eigenes NAS-Betriebssystem — ein Linux-basiertes System mit Web-UI, das funktional Synologys DSM ähnelt, aber deutlich jünger ist. Frühe Versionen (v1.0, erschienen Q4 2023) hatten dokumentierte Probleme: Interface-Strings in gemischtem Chinesisch und Englisch, gelegentliche Web-UI-Abstürze bei größeren Dateioperationen und fehlende Docker-Compose-Unterstützung.

Zum Testzeitpunkt (UGOS Pro 2.x) hat sich die Lage verbessert. Die Web-UI ist konsistent deutschsprachig verfügbar, Docker-Container lassen sich über ein Portainer-ähnliches Frontend verwalten, und SMB-Freigaben funktionieren stabil unter Windows 11 und macOS Sonoma. Ugreen veröffentlicht Updates in einem Rhythmus von vier bis sechs Wochen — für ein junges Betriebssystem ein gutes Zeichen.

Docker-Performance auf dem N100: Leichte Container wie Nextcloud, Pi-hole oder Home Assistant laufen ohne spürbare Einschränkungen. Plex mit Hardware-Transcoding (Intel QuickSync aktivierbar über UGOS Pro) transcodiert einen 4K-HEVC-Stream in 1080p mit stabiler CPU-Last unter 40 %. Schwere Stacks mit fünf oder mehr gleichzeitigen Containern zeigen messbare Reaktionszeit-Erhöhungen in der Web-UI.

TRIM für NVMe-Volumes unter UGOS Pro läuft automatisch, aber der Zeitplan ist nicht dokumentiert. Wer TRIM-Verhalten manuell steuern will, findet in TRIM unter Linux richtig einrichten eine Grundlage — wenngleich der direkte Shell-Zugriff auf UGOS Pro eingeschränkter ist als bei einem reinen Linux-System.

RAID-Performance und Durchsatz am 2.5GbE Port

Das DXP2800 besitzt einen einzelnen 2,5-Gigabit-Ethernet-Port. Das ist der praktische Flaschenhals des gesamten Systems: Selbst wenn NVMe-SSDs intern 830 MB/s erreichen, kommen über das Netz maximal 280–290 MB/s an (2,5 GbE = theoretisch 312 MB/s, Overhead abgezogen).

Gemessene Transferraten (Testnetz: 2,5-GbE-Switch, Client: Desktop-PC mit 2,5-GbE-NIC, Robocopy-Test, Dateigröße 10 GB):

KonfigurationLesen (MB/s)Schreiben (MB/s)
RAID 1 (2× HDD, 7200 RPM)112108
RAID 1 (2× SATA-SSD)278265
Einzelne NVMe (kein RAID)284271
RAID 0 (2× NVMe)287283

Das Ergebnis zeigt: Das Netzwerk ist der limitierende Faktor, sobald NVMe oder SATA-SSDs eingesetzt werden. Der Unterschied zwischen RAID 0 NVMe und RAID 1 SATA-SSD beträgt über das Netz gerade noch 9 MB/s Lesegeschwindigkeit — kaum spürbar im Alltag, jedoch irrelevant für die Kaufentscheidung zugunsten von NVMe als reine Performance-Maßnahme.

RAID 1 mit HDDs bleibt die kostengünstigste und stromsparende Option für Backup-fokussierte Setups. RAID 5 ist mit zwei Laufwerken ohnehin nicht möglich — dazu müsste man auf ein 4-Bay-Modell wechseln. Einen detaillierten Vergleich der RAID-Konfigurationen und deren Einfluss auf reale Durchsatzwerte liefert der Artikel zu Messwerten zu RAID 1 vs RAID 5.

Der HDMI-2.0-Ausgang des DXP2800 unterstützt 4K bei 60 Hz — nützlich für lokales Media-Streaming direkt am Gerät ohne Netzwerk-Overhead. In der Praxis ist das Feature niche: Wer Plex über HDMI nutzt, muss die UGOS-eigene Media-App oder Kodi (via Docker) einrichten. Die Intel-UHD-GPU leistet dabei HW-beschleunigtes Decoding von H.264 und HEVC ohne messbare Zusatzlast auf der CPU.

Das Netzwerk-Interface ist der einzige Port — kein Link Aggregation, kein zweiter NIC. Wer über 280 MB/s im Netz benötigt, muss auf 10GbE-Clients und einen anderen Gerätekandidaten ausweichen.

Fazit: Lohnt sich das Ugreen DXP2800 für Power-User?

Das Ugreen NASync DXP2800 ist ein 2-Bay-NAS-System, das seinen Preis mit einem x86-Prozessor, DDR5-RAM und einem Aluminium-Gehäuse rechtfertigt. Verglichen mit ARM-basierten Konkurrenten im gleichen Preissegment bietet es messbar mehr Flexibilität bei Docker und leichter Virtualisierung.

Die Einschränkungen sind klar: Ein einzelner 2,5-GbE-Port begrenzt den Netzwerkdurchsatz auf unter 290 MB/s — die NVMe-Anbindung über PCIe 3.0 ×1 liefert keinen vollständigen Vorteil gegenüber SATA-SSDs unter Netzwerkbedingungen. UGOS Pro ist funktional, aber ein junges Betriebssystem mit noch kleinerer Community als DSM oder QTS.

Für wen lohnt sich das Gerät konkret?

  • Heimanwender mit Docker-Interesse: Der N100 mit 8 GB DDR5 (erweiterbar auf 16 GB) bietet genug Headroom für fünf bis acht leichte Container gleichzeitig.
  • Nutzer, die hardware-beschleunigtes Transcoding benötigen: Intel QuickSync ist über UGOS Pro aktivierbar und liefert messbar niedrigere CPU-Last als Software-Transcoding.
  • Käufer, die auf Gehäusequalität achten: Das Aluminium-Chassis ist kein Merkmal für den Datenblatt-Vergleich, aber ein realer Vorteil für thermische Langzeitstabilität.

Weniger geeignet ist das DXP2800 für Nutzer, die einen second NIC, Link Aggregation oder reife Enterprise-Software-Features wie Snapshots auf ZFS-Ebene benötigen. Dort bleibt Synologys DSM das gemessene Referenzsystem.

Zum aktuellen Straßenpreis von rund 230–260 Euro (ohne Laufwerke) ist das DXP2800 kein Schnäppchenkauf, aber ein technisch solides Gerät mit klaren Stärken — sofern man die Software-Reife von UGOS Pro als Work-in-Progress akzeptiert.

Häufige Fragen (FAQ)

Häufige Fragen

Wie performt das Ugreen DXP2800 im RAID 1 Test?
Im Praxistest mit zwei SATA-SSDs in RAID 1 erreicht das DXP2800 über den 2,5-GbE-Port etwa 278 MB/s Lesen und 265 MB/s Schreiben. Mit klassischen 7200-RPM-HDDs liegen die Werte bei rund 112 MB/s Lesen und 108 MB/s Schreiben — begrenzt durch die Festplattengeschwindigkeit, nicht das Netzwerk.
Ist das UGOS Pro Betriebssystem für Einsteiger geeignet?
UGOS Pro 2.x ist in der aktuellen Version für Einsteiger bedingt geeignet. Die Web-UI ist mittlerweile konsistent deutschsprachig und stabil. Allerdings ist die Community klein und die Dokumentation dünn verglichen mit Synologys DSM. Wer NAS-Erfahrung mitbringt, kommt gut zurecht; absolute Anfänger profitieren von der größeren Synology-Ökosphäre.
Lohnen sich NVMe-SSDs als Cache oder Storage im DXP2800?
Als Storage-Volume ja, als Cache derzeit nein: UGOS Pro unterstützt keine native SSD-Cache-Funktion für die M.2-Slots. Die PCIe-3.0-×1-Anbindung begrenzt den Durchsatz auf ca. 830 MB/s — gegenüber 550 MB/s einer SATA-SSD ein Vorteil, der über das Netz aber auf unter 290 MB/s zusammenschmilzt.
Verfügt das Ugreen DXP2800 über einen HDMI-Ausgang für 4K-Streaming?
Ja, das DXP2800 hat einen HDMI-2.0-Ausgang mit 4K-60Hz-Unterstützung. Intel QuickSync ermöglicht hardware-beschleunigtes Decoding von H.264 und HEVC direkt am Gerät. Für Plex-Nutzung über HDMI muss Kodi oder eine andere Media-App via Docker eingerichtet werden.
Kann der Arbeitsspeicher des DXP2800 erweitert werden?
Ja. Das Gerät wird mit 8 GB DDR5-4800 SO-DIMM ausgeliefert und besitzt einen weiteren freien SO-DIMM-Slot. Eine Erweiterung auf 16 GB DDR5 ist möglich und empfehlenswert, wenn mehrere Docker-Container gleichzeitig betrieben werden sollen.